Die Ader. Das Innerste. Der Lauf und das Wachstum. Und der hohle Klang, witzlos und taub. Die imaginäre Schwere lastet wie Zement in derselben Ader und führt mich in Versuchung, mich dem Wahnsinn hinzugeben. Ein System der Angst: tausend Mal berühren, heimlich beten, den Schalter kippen, und kippen, und kippen. Woher diese Keile in unseren Lebensplänen wohl hervorgehen? Das selbst erwählte Leid im lichtlosen Schatten. Wie die Berge jenen vergilbten Postkarten ähneln und die Sehnsucht über längst Vergangenes streift. Oh warum diese Last? Die Weichen sind ohnedies gestellt.
Ich schneide den hasserfüllten Artikel entzwei. Ich schneide unbeholfen das Geschenkpapier in zu kleine und zu grosse Stücke. Ich schneide verheissungsvoll das Hosenbein in eine sommerliche Kürze. Ich schneide durch die lieblichen Tropfen, die sich zu fahlen Strichen ausweiten, wenn sie den Wolken entfliehen. Oder dem Boden. Oder diese Filmstreifen, die ich schneide und neu arrangiere und der Transformation mit Lust und Neugier begegne.
Feuertanz und Hochmut, Ehrfurcht und Verschmelzung, wenn alles still steht und ich mit meinen Sinnen die Flammenzungen streife, die Wärme in die Weite entgleitet und ich mit achtsamer Demut auf der Spitze, auf nackter Zehe, mich drehe, immer geschwinder bis wir uns einander hingeben wie das Licht dem Schatten, die Seerosen dem Morast, und das Leben dem Tod.
Ich lebe unter dem unbeschreiblichen Schirm einer Güte. Es ist alles was ich habe und alles das ich bin. Vielleicht ist es meine Aufgabe im Leicht zu leben, vielleicht.