Meine Augen nehmen wahr wie jemand dem Strand entlang läuft, eine junge Frau. Die Bewegungen bloss angedeutet, unvollendet. Da ist Leben – in jedem Augenblick, doch dieser eine steht still, so als hätte jemand überall zugleich auf Stopp gedrückt. In meinen Ohren hallt der Klang meiner gelesenen Zeilen, in meiner Lunge die Wellen meines Atems. Meine Wahrnehmung ist nach aussen verschoben, ich bin nunmehr ein stiller Beobachter. Auf einmal erkenne ich aus dieser eigenartig, losgelösten Position, wie die Buchstaben Worte formen, in mir drin Bilder. Es ist eine scheinbare Trivialität, die sich mir offenbart und mich durch etwas hindurchsehen lässt, etwas, das bis anhin automatisch, unbeachtet verlief. Nun ist alles da, entblösst und greifbar. Ich weiss Bescheid, oder, etwas in mir wusste bereits Bescheid. Alles verharrt. Die Sonne senkt sich im Ansatz dem Horizont entgegen. Für einen Moment kann ich den Hauch eines Gedanken
, in eine Empfindung gewickelt, das Bewusstsein streifend, wahrnehmen. Ein Hauch, der meine komplette Weltsicht verbiegt und mein Wesen wundern lässt, was ist wirklich? Das Licht vergeht, sie rennt wieder, meine Füsse senken sich, im Sand verkriechen sich die Krabben in ihren Löchern.