All letters

All letters on my keyboard, all letters seeping through the tip of my tongue, all letters randomly forming into words like endless streams of thought. Letters boldly folding the miracles in and around us into repetitive patterns, echoing our limited human presentations in language that we use to classify, to order, to possess. This language strikes me as foreign to the heart. Does the heart want to possess or be possessed?

Sometimes, little heart, I feel I can savor every one of your beats. But often I revel in an outer world, turning and turning in circles of nothingness, blinded by illusions, deluding my very senses. I find myself so far, and though you continue your incessant, knocking thesis of life, sometimes we seemingly grow faint in our affection for one another.

Oh, my dear heart, don’t let us become strangers to ourselves. If we at our cores become polluted by all things around us that perish in meaning and significance, then who are we? I wonder, you, soft-spoken treasure, granted to us as a gift, not fixed on any condition, not stuck in the hollow maze of shiny tokens and riches – I wonder: does your stillness entice us into your depths, so that we may interlace our purposes anew? I have little doubt that they are in their essence the same.

So here I stand and weep for I recognize you as the forgotten soul of the universe, adjoining every one of us. In stillness I count your vibrations in the big and the small, devouring the crest of each of your waves, motions so pure, in the cusp of my hand, each length of life running across a finger. I cannot bring to a halt your surge. All I can contribute is to be here entirely. To be; as in these same folds language then becomes obsolete, and we, at once, unified witnesses and participants in this miracle.

Leben

Hier, goldener Engel, trage das Licht, das immer scheint. Grenzenlos, golden deine Flügel, deine Augen, geschlossen, die Hände gefaltet, kniend. Da, jenes Licht, dass mich und dich umfasst. Bist du Kind? Bist du Erwachsener? Bist du Mensch? Wenn alle Worte entfallen und ich die Grenzen meines Verstandes aufhebe bist du weder das eine noch das andere. Vielleicht bist du einfach. Und ich mit dir. Engel sein, Uhr sein, Tisch und Stuhl sein, du gleitest mir über fremde Lippen und legst Staub in die weiten Winkel dieser Welt. Da diese seltsamen Kreise auf meinen Fingern, dort die verworrene Haut; fortan entdecke ich dich überall. Ich kann dich nur aus meiner Begrenztheit benennen, also höre ich damit auf.

Hach – Leben. Wer oder was bist du? Ich habe so viele Fragen an Dich, doch glaube ich, dass die Wichtigsten unbeantwortet bleiben werden. Das ist ok. Du, Leben, glaube ich bist viel mehr, für den Menschen nicht greifbar, nicht in Gedanken und nicht in Worten. Vielleicht jedoch im Erleben und in Erfahrungen, in Gefühlen. Dann ist die Freiheit unendlich und wir sind darin verbunden. Wie kann ich das nicht wissen, wenn eine innere Berührung Ja dazu sagt? Whitman fragte einst: „was ist mehr oder weniger als eine Berührung?“. Ich möchte mich Dir ganz hingeben; leben.

Aus meinem Inneren steigen Gefühle auf, die ich wahrnehme. Immer sind sie schon da, und wenn die Wolken weichen, erkenne ich die Sonne in ihrem Ganzen. Meine Tränen verlassen den Äther und verabschieden sich von Trauer und Freude. Da ist viel mehr und es ist tiefer, tiefer als je zuvor. Ich gebe mich hin. Nichts ist mehr oder weniger real als du, goldener Engel. Ich fühle Dankbarkeit und Demut in diesem unbegreiflichen Nichts. Ich liebe Dich, Engel, Tisch und Stuhl, aber noch mehr durste ich nach eurer vereinten Quelle des Lebens.