Liebe Freiheit, Pirat und Heimat

Die letzte Leine, die mich wie eine Nabelschnur mit dem Hafen verbindet, löse ich. Wind und Strömung umgarnen mein Schiff, legen sich wie ein durchsichtiges Band um meine Seele und ziehen mich hinaus; immer fort. Das Ruder fest in meinem Griff, folge ich dem Ruf des Meeres und drehe den Bug in den Wind. Frei laufen nun die Leinen. Segel hissen, den Wind einfangen, Kurs setzen – die Freiheit steigt in mir auf. Kraftvoll dieser Akt, der mich durchdringt, zugleich sanft, die Seite dreht, mich erinnern lässt. Gekonnt, wie Grossvaters Finger die Mandarinen schälte, die einzelnen Stücke Geschichten erzählen liess. Genau hier auf der vernarbten Platte des Küchentisch rauschte das Meer heran, die Piratenflagge hochgezogen, die Schätze suchend: ein Abenteuer begann.

Als ich meinen Blick aufrichte, treffen wir uns lächelnd. Hier und jetzt. Ich hebe meinen Finger leicht an und kippe die Mandarine auf ihre Seite, schön die feinen Venen im verborgenen Inneren. Du hast sie mir gezeigt. Die Freiheit liegt vor mir, in mir. Ich schiebe Dir die Frucht entgegen, süss. Ja, süss, der zu sein der empfängt, wie Du mein Denken und Fühlen auf die Seite kippst und ich von neuem erwache. Tiefer dieses Erwachen als die Furchen der Weltmeere, die unter meinem Schiff vorbeiziehen, tiefer als jenes Blau, welches den Glanz des Wassers in meinen Augen zum Tanze bittet, mich rüttelt und schüttelt bis ich mich erhebe.

„Woher kommst du, mein lieber Pirat?“, flüstert die Nacht. Ich seufze tief – ein stiller, durchdringender Atem in die weite Welt hinaus. Wie die Sterne an mir vorbeziehen, sich das Meer vor mir öffnet, der Horizont in sich ruht, navigiert der Gesang meines Herzens die mich wiegenden Wellen, die aufsteigen und fallen. Ich unternehme nichts, lasse mich leiten, höre Deine Stimme wie ich mit meinem Schiff die Achse der Erde umrunde, immer wieder, und bin nie allein. Die Ausdehnung des Lebens zerrt mich in ferne Gefilde, weckt mich, ruft mich, reckt sich in mir, zieht mich jenseits des Tals und der Berge, zeichnet ein Stück von mir auf die Leinwand des Himmels, wo die Sterne wie Krieger und Fabelwesen meine Odysee inszenieren, meinen verborgenen Schatz nicht aus ihrem funkelnden Schein verlieren. Hier bin ich sichtbar.

In meiner schaukelnden Kabine, auf meinem alten Schreibtisch, lebt das Licht in einem geschlossenen Gefäss, durchdringt seine durchsichtigen Mauern und schnürt Schatten um meine müden Hände, zieht Öl durch den Docht und entfacht die Liebe in mir. Wie ich dem Schein des Lichts mich öffne, hast Du mir gelehrt mich der Liebe zu öffnen. Die Liebe, die sich sich durch mein Innerstes tastet und auch dieses selbst, dass ich in mir trage, füllt.

Nun lege ich mich auf der Sänfte eines in mir wachsenden Vertrauens nieder, welches mich aufhorchen lässt, sehen lässt, sodann die Wellen ruft, nach dem Winde giert, das Beben der Weltmeere bemächtigt mich in sich zu empfangen, zu tragen, zu halten. Ich werde auf dem Meer sterben und mich hingabevoll ergeben im Vertrauen so geliebt zu sein wie ich bin.

Das Licht grenzt den Schatten aus, spielt mit ihm, zeichnet einen Kreis auf meinen Tisch. Ich ziehe meinen Zeigfinger über seine Naht, hell, dunkel, hell, dunkel, tippe auf das Holz, fasse mein Herz und lass meinen Atem Dich finden, Dich berühren. Wo Du bist, weiss ich Heimat – verschmelzen Licht und Schatten, zerfliessen meine Gedanken und mit ihnen meine Zweifel, sammeln sich die Ausgüsse aller Flüsse und Seen in versteckten Rinnen, streicheln sanft meine Sinne, flechten eine Sonne aus meinem Herzen, die aus mir herausstrahlt, zärtlich Deine Wange küsst, sich zutiefst verneigt und lächelt – Danke.

Moments here

Acting candles in the quiet of the room. I watch them still and dancing, much like the hurry and halt of my heart. Here rests this body and mind. I attend both with awareness. It truly is a flicker of attention, of time, easily overlooked.

Space walks me to the candles. A threshold I dare cross with love I cannot speak, nor hold, nor shape beyond my lips.  I trust the light to wake color in the dark, I trust the morning to wake my body, it has not missed a day. I follow light into dark, the candles gaze at me, shadows cast on my face…where lies the trust that beckons life into every moving cell in every moment?

I know it.

I slow it. Feel. The passing of the snow yields the meadows lush and green. I follow. A ray inside a candle’s glow, the warmth of my heart beating, a rush I lay myself into like light flowing rivers, not once stopping to look for purpose, no distress in forging through earth and rock, and only the sky above. No hurry bending time or needing, wanting, chasing. Just the onset of life, ripples on the path, kind and soft like skin and muscle holding trusted sleep with eyes shut. A babe in the light, in the dark, remains when the candles dissapear, remains when breath loses its composure, remains in the outflow of past and present – is, truly.