Ich kann nicht leugnen, dass ich gedenke und noch immer auf eine Antwort warte. Gleichwohl ist sie für mein Leben nicht relevant, sondern für das ihre, für ihren Glauben, für ihr Erinnern, für ihre Sinnhaftigkeit. Sie befindet sich im gefüllten Trog mit ihresgleichen. Jene die sich an Antworten klammern oder jene, die sie abstossen. Ich lese aus ihren Worten Enttäuschung, Trauer, Wut.
Ich fahre mit meinem Finger dem Spektrum hoch und runter, in inneren Bildern lenke ich mein Bewusstsein auf diese verschiedenen Lebenspfade und -einstellungen. Da begegnet sie mir wieder, in anderer Gestalt, umhüllt von Heiterkeit und Zuversicht. Ich erahne Glaube und die prägenden Erfahrungen, die heute helfen Wege für andere Menschen zu festigen und erleuchten. Ich sehe Gegebenheiten und den Menschen in deren Bann und staune – wie ich diese Eigenschaft lieb hab. Und wie ich sie beide in einer anderen Herzkammer entdecke und lieb hab, so wenn sie den Schmerz vermeiden und im dunklen Humor vergraben, Energien bündeln und das Netz beleben und instruieren, um einem anderen Halt zu geben. In der eigens dafür eingerichteten Ecke ruht der Junge, auf dem Spielplatz fühlt er sich sicher, an der Wandtafel weiss ich den Morgengruss zu erhaschen, so gütig und reich an inneren Weiten, die Tränen und Lacher sein dürfen.
Jedes Universum entdecke ich jeden Tag, wenn ich meine Augen und Ohren öffne. Inmitten diesen Welten stehe ich still und verbinde mich. Ich vernehme eine Vibration, die mich jeden Ring sein lässt, von der Wurzel bis zum Blatt. Da stehen wir nun beide im Strassenlicht. Und wenn ich dich berühre, was empfindest du? Und wenn ich mich bewege, wo sind deine Gedanken? Ich danke ihrer Ehrlichkeit und ihrer Offenheit, ihrer Unsicherheit und ihren gestreuten Farben, ich danke dir oh Mensch und Baum, so ähnlich, so gleich sind wir.
Die Saiten sind meine Mitwisser, die Strahlen meine Komplizen, die Sehnsucht mein Anhänger, der letzte Atemzug mein Freund, die Zuversicht und die Liebe meine Verbündeten. Alles ist.