Blickpunkt Vergessen

Das Vergessen messen, das Ausweichen vermessen, die Unlust im Abschied und hierin das Bewusstsein und die Dankbarkeit für Erinnerungen, auch wenn sie Vergangenes nicht wieder beleben können. Dieser eine Satz beinhaltet bereits die Vermeidung, das Umgehen der Tatsache, der Betrachtungsweise einer scheinbaren Realität worin vergessen nun wahrlich vermessen ist, denn es geht hier de facto um das Vermissen.

Vermissen. Typenunspezifisch. Diese innere Leere nach dem Heranwachsen und der Reife, der vollsten Blüte und der Vollkommenheit in Farbe, Duft und Empfindung. Ferner der durchdringende Klang, wenn jene Blüte spricht und die Wurzeln sich im Verborgenen recken, um heimlich diesem Schauspiel beizuwohnen. Hier der Keim der versteckte Welten in ihrer Pracht entblösst und dort auf den gezeichneten Venen des Flügelblattes die Verbindung zwischen Himmel und Erde mimt. In der Tat ein Vermissen des Paradies und weniger, zumal wir es auch hier kennen, in der Begegnung, in der Bindung, in der Beziehung und als Gefolge der Intensität und Erfüllung. Sodann das Abschminken und die verfärbten Tropfen in der Rinne der Zeit. Oh jenes Vermissen der blassen, feinen Haut, und des Lernenden, der Schnürsenkel verknotet und am Ende doch den Dreh raus hat. Und das sich vorantreibende Segel, den entlegenen Ufern sich entlang ziehend, wo Freundschaften in den Buchten des Lebens verweilen, unsere Liebsten die Himmelskörper über uns verzaubern und im Abschied das Vermissen lauert.

Ich mag es nicht. Ich mag diese Wahrheit nicht, diesen Schmerz nicht, dieses eine menschliche Attribut nicht, das innere Gräben öffnet und mit Schwere zuschüttet. Wohlweislich bin ich daran zu verstehen, zu akzeptieren – jetzt noch nicht, Geduld und ich sind wir uns treu.