Dieser eine Stich. Alles läuft nach Plan. Nur die Uhr ist ungenau. Tickt rückwärts, überspringt einen Tick, leidet an einem Tick und ist vielleicht gefangen im ewigen Kreis und ist vielleicht gerade im Selben frei, weil es daran festhalten kann und Bescheid weiss, was kommt, was kommen muss, was bei jeder Umdrehung lauert. Also bin ich Uhr? Mag ich Uhr? Kann ich Uhr mögen aber nicht Zeit? Uhrzeit. Dann lieber gleich Renaissance, das erneute Aufleben ganz entgegen der Zeit. Und vielleicht breche ich ein oder aus, wenn ich mich frage, ticke ich oder tickt es um mich herum?
Archiv des Monats: Mai 2016
Wahr
Danke für die Begegnung und deine Unterstützung – Italien, Alaska, Finnland, Portland
Brücken
Brücken, Brücken, Brücken und dieses eine Fernweh, auf der Terrasse sitzend, in Gedanken versunken, irgendwo in der Distanz, in sanften Rottönen dahinfliessend, keine Wellen, kein Wind, dieser eine Moment, wenn alles still steht – den Anschein erweckt still zu stehen und die Gesamtheit menschlicher Attribute auf den nackten Asphalt niederprasselt. Hier die Leere, der kreidene Kreis, das zweidimensionale Gehirn. Und im Winkel die Schatten in tonlosem Einklang mit dem Lebenslauf.
Ich, das Grosshirn, ich auf der Linie balancierend, ich im Gedankenreich; üppig der Geschmack auf der Zunge, seiden der Duft in den Nasenknospen, ruhend die feinen Fasern auf der Haut und ich weiss nicht was nach links, was nach rechts dreht. Was ist wichtig?
Die Begrenzung ist mir bewusst. Ich kenne sie. Ich ignoriere sie. Ich schiebe sie beiseite. Ich tue so als ob sie nicht wäre. Sie drängt sich auf. Sie erinnert mich. Sie begleitet mich. Sie wallt ihre langen Finger dumpf entlang den kahlen Mauern und flüstert mir eben diese Leere zu, die mich im scheinbaren Widerspruch befreit. Ich weiss den Wert zu schätzen, der Begrenzung wegen. Ich koste eine einsilbige Süsse im Nektar der Vergänglichkeit.
Klein
Klein sind die Schritte und doch sind sie wahr. So viel zu schreiben, so viel zu sein in der scheinbar banalen Eroberung innerer und äusserer Welten. Und just in dieser Hinsicht erlebe ich es als befreiend erste Zeilen in die Lebendigkeit zu rufen, Gedanken in den Fluss des Wortes zu packen und das frei flottierende etwas greifbarer werden zu lassen. Noch ist es nicht mehr, noch ist es nicht weniger. Ein Debut, seines, meines, und die Erkenntnis das unzähliges gerade jetzt passiert, in dieser Welt, in der anderen Welt, in tausend anderen Sphären eines ungreifbaren Lebens.
Was es wohl braucht?
Glück? Können? Geduld…
anscheinend zahlt sie sich aus