Ich, auf der Bühne, ihr dort unten. Ich proklamiere: „ich bin Polarität“. In der Südkurve lächelt die Sonne und alles ist verkehrt und nichts ist verkehrt, auch nicht als das Abendlicht im Osten der Dunkelheit weicht. Auf leisen Sohlen ist meine Verkörperung Riese, meine Trägheit verkannte Gelassenheit, meine Grösse Ausblick, meine Härte Schutz und mein Abstand zur Erde gleichwohl Distanz und Nähe. Auf meinen pfannengrossen Händen trage ich jene inneren Welten nach aussen, die in ihrem Bestreben das Leben in sämtlichen Mustern und Vibrationen zu leben und zu erfahren, zerbrechlich sind. Jene hinnehmenden Pratzen, die ihr seht, sind in einer anderen Wirklichkeit samtige Kissen. Sie sind die Erbringer dieser Gefühle des Erlebens in Form einer vollendeten Glaskugel, so klein im Kontrast zu meinem Umriss, so zart, verblassend, täuschend, wenn ihr Seelenleben doch weit herausragt und berührt. Mit grösster Vorsicht – im Bewusstsein diesen Schatz zu behüten – enthülle ich sie vor dem Universum und staune über ihr Strahlen in alle Weiten, in alle Ecken, in alle Herzen. Ihr fragt euch, und mich, und hinaus in den uneingeschränkten Raum, was sich in ihrer Fülle verbirgt und ich antworte nur jenen Bruchteil, den ich zu Wissen vermute (weil ich weiss, dass ich nichts weiss, aber vertraue, dass es so gut ist):
„Hierin trage ich die Unschuld und die Güte jedes Menschen und jedes Tieres, jeder Pflanze, jeder Zelle, jedes Atemzugs und jeder noch so kleinen Schwingung, die Ton ist, die Farbe ist, die lacht und singt, weint und brüllt, die Fingernagel ist, und ein Seufzer und ein Kratzer auf der Oberfläche des Herzens; das konstante Ineinanderleben aller und jedem, das absolute Geflecht des Gesamten. Und ich darf es tragen. Ich, der Riese. Der Bote, der Stein, das sterbliche Gehäuse einer höheren Kraft.“