Brücken

Brücken, Brücken, Brücken und dieses eine Fernweh, auf der Terrasse sitzend, in Gedanken versunken, irgendwo in der Distanz, in sanften Rottönen dahinfliessend, keine Wellen, kein Wind, dieser eine Moment, wenn alles still steht – den Anschein erweckt still zu stehen und die Gesamtheit menschlicher Attribute auf den nackten Asphalt niederprasselt. Hier die Leere, der kreidene Kreis, das zweidimensionale Gehirn. Und im Winkel die Schatten in tonlosem Einklang mit dem Lebenslauf.

Ich, das Grosshirn, ich auf der Linie balancierend, ich im Gedankenreich; üppig der Geschmack auf der Zunge, seiden der Duft in den Nasenknospen, ruhend die feinen Fasern auf der Haut und ich weiss nicht was nach links, was nach rechts dreht. Was ist wichtig?

Die Begrenzung ist mir bewusst. Ich kenne sie. Ich ignoriere sie. Ich schiebe sie beiseite. Ich tue so als ob sie nicht wäre. Sie drängt sich auf. Sie erinnert mich. Sie begleitet mich. Sie wallt ihre langen Finger dumpf entlang den kahlen Mauern und flüstert mir eben diese Leere zu, die mich im  scheinbaren Widerspruch befreit. Ich weiss den Wert  zu schätzen, der Begrenzung wegen. Ich koste eine einsilbige Süsse im Nektar der Vergänglichkeit.