Alle Beiträge von Nick

for dessert

Entertainment 24/7, pure and raw, disguised and disgusting, penetrating our minds a mile a second. A beast that we have unleashed and let in through the front door to rip us to pieces, shred our very existence, gnaw at what little life seemed relevant. Bystanders we have become, unaffected. The spices of our entities extracted by indifferent claws, recklessly unearthing the roots, grabbing the soul through the obscured mind like a wretch unplucking the suckling child from its feeding mother. A brute leveling the sea to mold every upswing of spirit and sparkle into the same unobstructed asphalt avenue. And still we remain impassive, just impatiently shifting from one leg to another.

(But then again, what in life isn’t a form of entertainment? So who am I to judge…)

let off

On a cold summer day the rain clouds hang low, my head tugged away, chin up, the mingling drops softening the strained muscles around my face, labored from holding on too tight, too long. I wonder if the constant proceed of water flowing over me ultimately unites us.

The rain and I become solely one, undivided – a flurry of the past, hushed by fading memories. A sprinkle of dust on the befallen stories, no more than a drop gliding along a crease, a lonesome branch of life. A sudden shower, just another form we assume, transformation, and with no further ado promptly parting from latter days. Let us be soft and yielding, let us flow freely and feed the universal heart with affection. A torrent now, washing over each grain, once flower, once face, once a little lump of amorous play. Tales, just tales as we pound the world and drape it in sheets of sleat and snow. The resounding call of what might be bird, might be wing or feather against the storm. To let go into that same mesh of muscle and flesh, where without resistance we are always met. Soon no more than a drizzle, a mist fabricated by our mere existence. 

Have we become liquid sunshine now in our quest to be free? 

swing

Gently rocking in my wooden chair out on the porch, unhurriedly swaying into the rotation’s black robes, folding like a veil over daylight; just so. Yes, just so – no intention, no agenda, no goal. And whilst I roll on the chair’s curved edges, while night surpasses day, and granting all forges ahead, somewhere in one of life’s countless little arenas the movements of the universe seem not to matter. 

Here perched on the top row, the still looker-on sets eyes and ears upon spectacles that can only be drawn by the trajectories of our trivial human existence, simultaneously carved into impermanent meaning: a boy and his BMX swaggering over the asphalt, popping a wheelie, turning and twisting, at its heel a stray dog like a loyal servant chasing shadows; there a kid, just a toddler, bouncing along, moving his body to yesterday’s rhythms, guided purely by that inner jitter our hearts and souls echo. Oh it spreads to yet one more, completely surrendering social apprehension, simply giving in to the urge to dance, all the while balancing a basket on her head. In that same production someone haphazardly kicks a ball, hitting another squarely across the face, whimpers, an apologetic fist bump, eyes lock, seconds hastily counted down, somewhere a game has found a new beginning, and a shirt and a bottle mimic two posts. 

What is the meaning of anything now? 

What is love? 

How should anyone know, if, whatever it is or isn’t can only be felt?

Around my tiny vessel mermaids coil foamy curls of ocean’s omnitude. Here, in this vastness the realization that I am nothing is so plain. 

Perhaps – her words echo through the depths of my heart – I can only choose to accept or to resist. And with that, part of me succumbs to the universe. Surge after surge, a ripple no larger than a snip in time as I involuntarily blink. Inconsequential. The other part instinctively withdraws from the unbending fate, as if herby the natural progression could be altered or even stopped. But why should it pardon me? The glaciers recede. Fairies sweep the emerald blue luster from their depths. I am doubtful if anything remains. I rest peacefully. 

And I supposed I was in control… 

Reise

Es kommt immer wieder die Zeit sich zu verabschieden. Kein Moment ist richtig, doch ist dies nun die Zeit zum Aufbruch. Innig, wie es sich an mich schmiegt, das Gefühl bereit zu sein. Ich habe es zugelassen und genährt. Jetzt möchte ich es nicht mehr freigeben. Abschied füllt mein Herz mit tiefem Schmerz, lässt es anschwellen, bis mein Körper sich der Schwere hingibt und sich jedem Ausdruck ergibt. Ich zähle Steine. Die sanften Kurven umgarnen die scheinbare Härte. Ich erahne die Tropfen wie sie ihren Weg langsam nach unten bahnen. Da ist nichts. Nur Liebe.

Ein paar Konzepte habe ich verstanden. Wir beide finden Halt in jenem Baum, der immer steht; widrige Umstände, die Wurzeln wachsen dem Beton zum Trotz. Die Verbundenheit trägt mich, alsbald ich alles zulasse und abgebe fühle ich sie. Verbundenheit kennt keine Grenzen. Nur der Verstand grenzt uns ein und trennt uns. Schön, dass wir immer beieinander sind. Wenn ich in tausend Kilometer Ferne auf einem Leuchtturm stehe und die Sterne zähle, bin ich bei dir. Auf dem Rücken spitzer Berge kraust mir der Wind das Haar und ich bin immer noch da. In der Weite der Wüste umarme ich die Stille und tanze in ihrer Leere zu unserem Lied. Die leisen Wellen winden sich um meine Beine und meine Zehen entziehen sich dem Sand.

Wie mich ein Schmunzeln bewegt, von innen nach aussen, den Kopf leicht hin und her schwankend, am Horizont das tosende Gewitter, darüber hinaus das tiefe Schwarz, immer weiter die Unendlichkeit. Wenn ich das All-ein-Sein nicht mehr denke, sondern fühle und letzten Endes lebe, dann bin ich angekommen. Dann bin ich überall zu Hause. Dann bin ich frei. Dann bin ich. Wer? Dann…ist es nicht mehr wichtig.

Leere

Es – was ist es? Und wo kommt es her? Ich weiss es und ich weiss es nicht. Es ist mir auch egal.

Das Om hat mich vor ein paar, wenigen Jahren gefunden. Jemand hat es mir geschenkt, wir beide unwissend. Auch das Om verstehe ich nicht – es ist mir nicht egal.

Vor mir liegt eine blau gemusterte Schale. Sie ist leer. So vieles sträubt sich heute in mir, versucht mich zum Anhalten zu bewegen. Ich blicke nochmals genauer in die Rundungen der Keramik und entdecke darin die Aufforderung mir Zeit zu nehmen. Leere ist willkommen. Ich mag wie sie ganz selbstverständlich, einfach ist. Sie hat keine Form und kein Streben, kein Verlangen, kennt keine Sucht. Leere.

Von manch einem Tage erzählt mein Verstand, wo dies und jenes sich in vorgetäuschter Wichtigkeit immer wieder in den Vordergrund drängt. Ein elendes, unaufhörliches Tun und Machen. Innerlich jedoch das brodelnde Verlangen des Herzens. Die Leere ist geduldig. Sie wird von keiner Zeit gemessen. Die Sehnsucht nach ihrem Dasein schmiegt sich an mich. Ich stecke den Kopf tiefer in die weltlichen Nichtigkeiten. Sie klopft sachte an mein inneres Gehäuse. Ich blicke kurz auf, um mich sogleich wieder zu vertiefen, ordne Blätter, schreibe Zettel, erinnere mich an Fenster und Einkäufe. Sie setzt sich hin und schaut mir zu. Ich fühle jenen vertrauten Blick an mir haften, den ich nicht zu verwehren vermag. Lange sitzen wir beide so da. Kein gesprochenes Wort, jeder Muskel ruht, in mir wird es still. Da erscheint es – und ist kostbar und vollkommen, ist Om und Leere zugleich. Mein Herz lässt sie eintreten. Wie eine lang ersehnte, vertraute Seele füllt sie den Raum mit Wärme. Ich habe sie vermisst.

von Neuem

Ich darf wieder von Neuem beginnen und kann es kaum erwarten. Die Kontraktion vibriert auf jeder einzelnen Saite entlang dem Ufer über die gekurvten, glattgeschliffenen Steine hinab in das kühle Nass bis auf den Erdboden, wo etwas versickert und etwas anderes aufsteigt. So die Seele des Gesteins schwerelos den Himmel trübt, tausendfach die eigene Achse umrundet, um sich in der Gegenbewegung der Rast komplett hinzugeben. Ein gewobenes Schauspiel, wenn ich mich recke und nach deiner Gnade ausdehne. Wie ein stiller Beobachter aus der Ecke des Bewusstseins ist mir jede Faser ein Freund, jede eine treue Gefährtin, die mein Skelett umgarnt und bis tief in mein Herz hervordringt. Ein eindringlicher Schrei der dieses rhythmische Gesetz anstösst, die geschmeidigen Gehäuse an den äussersten Rand treibt, zuckt und zieht, und kraftvoll wie eine Welle über die Reling schlägt, um im nächsten Moment im Zusammenzug aufzuleben. Eine Vermählung von Ebbe und Flut. Die Gezeiten meines Korpus wie ich zwischen Fingern den geschmolzenen Wachs sachte zu einer Kugel forme, mit geschlossenen Augen loslasse – kullernd – dem Nichts entgegen.

Neumann

Hi Mann, Neumann, *gähhhhn*, WordPress mal wieder anders. Neu. Jetzt kann man wieder mehr, mehr wählen, mehr gestalten, mehr bestimmen, dabei mit diesen Bausteinen (wie mit Lego oder Minecraft) den Überblick bewahren. Modern und zeitgemäss, gezwungen dazuzugehören.

Dann ist Lichterlöschen. Und es ist dunkel. Und schwarz. Und wir sehen alle gleich viel und gleich wenig. Wenn wir an Ort und Stelle verweilen, bloss horchen oder den Sinnen gar ganz entsagen, entdecken wir nichts. Vielleicht sind da noch Blöcke, die sich umherschieben lassen und vielleicht ist die virtuelle Vielgestalt noch irgendwo da draussen beschäftigt und zerzaust mit ihren unzähligen Armen jegliche Gedankenfreiheit.

Die Pseudo-Freiheit in Grenzen – liebe Grüsse dein Wasauchimmer.

departed

Where have I gone? It is of little importance.

Ah! Tame wind. No – far deeper. Dull knock on a pulsating shell. Deeper yet. Silence.

Any spoken word disperses, leaving only a faltering trace as the last note branches off into myriad veins, filling the crown so proudly. Each leaf golden. Up, up she rises and then all at once collapses. Spills. Uncontrolled, infinite. Every crevice an open palm, begs to be whole, just an unwavering embrace of still air, trusting invisible wings. High above taut strings plainly guide a kite across the sky. The reeds gone quiet, the flutes at peril for not a single sound escapes the oval. The ceasing gush as the waves gracefully retreat. The sea swallows and exhales a crisp, winterlike breath transforming vapor into tiny crystals. The output of those very words deemed meaningless. Instantly they vanish. A gurgle, a groan – insinuated purely by motion. A symphony of silence forged in the depths of every heart.

Where has the universe gone?

 

Atem

Eines Tages darf dieser Körper vergehen und mit ihm all seine Geschichten, die sich über die Jahre kumuliert haben. Die Zeichnungen im ständigen Wandel, die Keramik des Lebens, allem ausgeliefert, immerzu zerbrechlich und zugleich in jeder Ausprägung vollkommen. Wunder – unergründlich – in dieser einen Sekunde, diesem Schnitt durch das gesamte Universum: ein Atemzug. Wer ist es, der erlebt? Unendlich tiefer als die anatomische Mechanik des Körpers. In Abwesenheit eines Herrn, ist da niemand, der etwas tut, nein…niemand. Was also hat Bestand? Aus dem Gewebe der Worte heraus, jenseits des Grates, der unseren Verstand einschliesst und begrenzt, bleibt letztendlich, vielleicht, nur die Wahl: Festhalten oder Loslassen.

Blindes Loslassen, wenn nichts beständig ist, die Arme sich in einer geschmeidigen Bewegung ausstrecken, widerstandslos, gleitend, die ausgedachten Mauern auseinanderbrechen, ein Korridor sich öffnet und alles stillsteht. Kein Anfang und kein Ende. Als würde der Körper sich selbst mit Leichtigkeit dem Unbekannten entgegensenden – schwerelos – das ganze Wesen umgebend. Es wäre in Ordnung zu gehen. Gehalten und umsorgt, gehüllt in der blanken Liebe, vom Körper entbunden unter Wasser atmend.

Auf, auf Körper, beuge dich und die Seele blinzelt dir zu. Loslassen bedeutet vertrauen.