Ich bin fünf Finger rechts, fünf Finger links, ein Strich und ein Kreis auf der blauen Leinwand nebst Wolke, Sonne, Regen; und Kehlen oben und unten, lang meine innere Säule, die mein Haus aufrecht hält; meine feinen Linien, die mich mich sein lassen, meine Haut zu Städten, Wälder und Bergen erwecken, dicht um meine Knochen gespannt, ich lache von Muskel zu Muskel und ziehe und drücke, Klappen auf und zu; meine Lunge arbeitet, zwei Flügel breit, innerer Fluss Zug um Zug, ist dies die Lebensluft?
Kanäle wandern, imitieren Ebbe und Flut, transportieren Gold, erwecken mich; ich verändere nicht, bin Beobachter und Entdecker – soll sich hier meine Seele spiegeln – im Glas reflektiert jener lichterlohe Kreis, formt sich graziös. Den Umdrehungen ausgeliefert atme ich die Gesamtheit ein, mehr kann ich nicht.
Oh, alle haben sie Namen, meine Kleinsten und meine Grössten Hammer und Amboss, Blätter und Eichel, Zehen und Rippen, … Ich geniesse mein Sein in meiner Vollkommenheit auch ohne Namen, Prägung, Markierung, so bin ich geboren und so werde ich sterben. Lustig, wie wir Menschen alles benennen. Ist es somit greifbarer? Sind wir dann mächtiger? Oder, sind wir so wie wir sind und ich darf (oder muss) mich und dich kennenlernen und bedingungslos akzeptieren?