
{"id":67,"date":"2016-10-18T20:40:57","date_gmt":"2016-10-18T20:40:57","guid":{"rendered":"http:\/\/maylifs.com\/WordPress\/?p=67"},"modified":"2016-10-18T21:24:47","modified_gmt":"2016-10-18T21:24:47","slug":"monstrolog-wenn-worte-zerfliessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/atehundred.ch\/?p=67","title":{"rendered":"Monstrolog: wenn Worte zerfliessen."},"content":{"rendered":"<p>Und alle Freiheit und Liebe ersehnen \u2013 Gala.<\/p>\n<p>Alle? Jeder? Die Gesamtheit aller Menschen? Wie viele wir wohl sind \u2013 wirklich sind? So viele Gesichter, Namen, Gewohnheiten, Geschichten, Erlebnisse, H\u00f6hen und Tiefen und alle suchen sie das Gleiche? Fehler: Verbindung fehlgeschlagen.<\/p>\n<p>Was ist Geburt, was Leben, was Tod? Oder bin ich du und du bist ich?<\/p>\n<p>Die ersten Flocken sind unweigerlich sichtbar. Wenn die Welt Kopf steht und sie die Kugel h\u00e4lt, sch\u00fcttelt, mit geschlossen Augen weint, f\u00e4llt der Schnee aufw\u00e4rts, aber die Berge bleiben bestehen. Und die W\u00e4lder tummeln sich in Farben, sie kleiden sich f\u00fcr den Herbst, wie die kleinen H\u00f6rner, die ihre Gew\u00e4nder wechseln, und wenn sie weint, bin ich ber\u00fchrt. Unter der Rinde vermute ich Leben, das uns bisweilen selbst verborgen scheint. Wo ihm Namen geb\u00fchrt und ein kleines, kleines Herz um Geh\u00f6r bittet, erhasche ich wenige Meter entfernt die G\u00e4mse. Was ist leiser, unmerklicher und doch da? Auf diesem Pfad und auf abertausend mehr gehen wir, laufen wir, stolpern wir \u2013 alle? Alle (glaube ich).<\/p>\n<p>Die Urmenschen und wir, wir tun es ihnen gleich, sie sind von uns gegangen, wie auch wir gehen werden. Die Fragen bleiben zur\u00fcck und wetzen sich an weiteren Seelen. Der Wind tr\u00e4gt sie in seinem Rausch und erinnert, dass wir m\u00f6glicherweise alle aus dem gleichen Ursprung hervorgehen; Nagel, Finger, Hand, gewoben in einer Gesamtheit. Und eine Quelle ist Fluss, Anfang, Ende, und ich begleite ihre Trauer, jeden Tag die Kerze, der unausgesprochene Name auf ihren Lippen, Angst zu erl\u00f6schen.<\/p>\n<p>Warm um hier Kraft, kalt, schauder Haut \u2013 vielleicht ist ja die Verg\u00e4nglichkeit Antrieb und die Trauer Erinnerung, und die Suche nach Liebe und Anerkennung Aufgabe, und das L\u00e4cheln Ausdruck, und die Ber\u00fchrung auf der nackten Haut Verbindung und das Teilen Erweiterung und siebentausendmal das bewusste Ausatmen und dieser Wimpernschlag zwischen Realit\u00e4t und Schein, Herbst, Winter, Fr\u00fchling und wieder Sommer. Wenn die Br\u00fcder spielen und die Mutter sie in ihrem Unwissen beschenkt, erinnert, und wir eine weitere Saison reicher und reifer sind, die Silhouetten des Lebens malen, staunen und sich die weisse Pracht legt bis zur n\u00e4chsten Ersch\u00fctterung\u2026was ist ihre Aufgabe und was die meine?<\/p>\n<p>Ich fliege mit geschlossenen Augen den Fels empor, ersp\u00e4he unter mir das Rollen dem Pass entgegen, schwenke scharf rechts, unter mir Himmel, \u00fcber mir der Eifer jedes Einzelnen sich selbst zu entdecken und zu verstehen. Sodann lasse ich mich fallen, Freiflug: im Vertrauen \u2013 auch sie tr\u00e4gt Schicht um Schicht, und auch hier liegt mir eine Vermutung nahe, dass sie Wirt ist und pflegt, die Hingabe n\u00e4hrt und wachsen l\u00e4sst. In dieser grossen Welt bin ich ein Selbstentdecker wie jeder andere und niemand ist alleine.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und alle Freiheit und Liebe ersehnen \u2013 Gala. Alle? Jeder? Die Gesamtheit aller Menschen? 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