
{"id":16,"date":"2016-03-09T22:32:18","date_gmt":"2016-03-09T22:32:18","guid":{"rendered":"http:\/\/maylifs.com\/WordPress\/?p=16"},"modified":"2016-05-20T22:35:55","modified_gmt":"2016-05-20T22:35:55","slug":"halt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/atehundred.ch\/?p=16","title":{"rendered":"Halt"},"content":{"rendered":"<p>Einst war ich Kind, einst Teenager, sp\u00e4ter ein junger Mann. Und heute sitze ich hier, Christina singt &#8222;I&#8217;m only human&#8220;, und ich denke \u00fcber das Menschsein nach. Was verbindet uns Menschen?<\/p>\n<p>Ich stosse auf einen fest verankerten Gedanken: Wo es weiss weht, der Wind in Frieden erwacht und sich schlafen legt, unnahbare Polarlichter den Himmel zieren, der Friede selbst in vollkommenem Einklang schlummert, hier tr\u00e4ume ich in die Ferne und bin doch ganz nah, ganz nah bei mir; bei dir. Weisst du, wenn ich mein Gewicht an die Welt abgebe und bed\u00fcrfnislos bin, einfach nur bin, nur mit dir bin, dann k\u00f6nnte ich in Frieden sterben.<\/p>\n<p>Die Gegenwart ist mein Zuhause: du erf\u00fcllst die nackten R\u00e4ume mit Leben und l\u00e4sst mich die wahren Werte erkennen. Ja, Lebensr\u00e4ume, Lebenstr\u00e4ume, du Herzensmensch. Ich will ehrlich sein und die Vertiefung in meiner inneren Dreifaltigkeit offenbaren und ausmalen. Erkennst du jenes Muster? Auf dem gefrorenen See ruht deine Seele und auf meinen H\u00e4nden trage ich deine Unschuld. Auf einmal bin ich ein Fels und ein Rascheln zieht durch die \u00c4ste. Aus dem Echo des Universums entnehme ich die Resonanz all jener Dinge, die sind. Und wie ich hier mit dir bin, rinnen kristallerne Tropfen durch mein Wesen und rufen jenes Urvertrauen hervor, das immer war, ja immer ist.<\/p>\n<p>Genauso.<\/p>\n<p>F\u00fcr einmal zerfallen s\u00e4mtliche physischen Grenzen zwischen zwei Menschen und ich f\u00fchle die Verschmelzung in der Ann\u00e4herung unserer Herzrhythmen aneinander, der stille Atem n\u00e4hrt, das Loslassen des K\u00f6rpers im Vertrauen, Saiten, die immer und immer wieder meine unsichtbare Melodie erz\u00e4hlen und unsere Seelen sanft streicheln.\u00a0 Ich werde gebraucht. Ich wage in mir Sohn, Bruder, Vater, Grossvater zu erkennen, ja, Freund und Mann. Ich trage in mir das Leben mit all seinen Kapiteln. Und ich trage dich. Bedingungslos, auf allen Schichten des Menschseins.<\/p>\n<p>Seltsam. Du bist weder schwer noch leicht, weder Gesicht noch Hand, Fuss, R\u00fccken, Hals oder Brust, weder bist du Namen noch Geburtstag, du bist nicht Stimme noch Klang, noch glatte, raue, lernende Haut, du bist viel mehr. Ich ertappe mich zu denken, dass du die farbenfrohe Welt deiner Gedanken, Ideen und Fantasien bist, dass in dir der Abdruck s\u00e4mtlicher Gef\u00fchle nach Spiegelung und Erscheinung lechzt und du Liebe, Vernunft, \u00c4rger, \u00dcbermut, Eifersucht, Neid, Trauer und viele andere bist. Aber ich irre mich, du bist viel mehr. Und wie es mir d\u00e4mmert, zerfliessen die Widerst\u00e4nde, ich nehme dieses Geschenk dem\u00fctig entgegen, fallen die M\u00e4ste des Zweifels, und ich gehorche der universellen Sprache:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Du bist \u00fcberall und alles, im tauenden Schnee sehne ich dich, im Morgenlicht f\u00e4hrst du mir liebevoll \u00fcber den R\u00fccken, im tropfenden Himmel strecke ich mich zu dir empor, im raunen der Weltmeere staune ich in die offenen Tore deiner Vielf\u00e4ltigkeit hinein. Du bist \u00fcberall und alles.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich glaube, dass ich noch vieles zu lernen habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einst war ich Kind, einst Teenager, sp\u00e4ter ein junger Mann. Und heute sitze ich hier, Christina singt &#8222;I&#8217;m only human&#8220;, und ich denke \u00fcber das Menschsein nach. Was verbindet uns Menschen? Ich stosse auf einen fest verankerten Gedanken: Wo es weiss weht, der Wind in Frieden erwacht und sich schlafen legt, unnahbare Polarlichter den Himmel zieren, der Friede selbst in vollkommenem Einklang schlummert, hier tr\u00e4ume ich in die Ferne und bin doch ganz nah, ganz nah bei mir; bei dir. Weisst du, wenn ich mein Gewicht an die Welt abgebe und bed\u00fcrfnislos bin, einfach nur bin, nur mit dir bin, dann k\u00f6nnte ich in Frieden sterben. 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